Private oder gesetzliche Krankenversicherung – Was macht Sinn, was ist drin?

In Deutschland gliedert sich die Krankenversicherung in drei Bereiche:

  • gesetzliche Krankenversicherung
  • private Krankenversicherung
  • andere Sicherungssysteme (wie z.B. freie Heilfürsorge der Bundeswehr etc.)

Im Prinzip wird stets dasselbe Ziel verfolgt:
Die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit.

Kostenlose Beratung zur Krankenversicherung

Hat man einen Schnupfen oder eine leichte Erkältung, ist nur mit einem Bruchteil der Kosten zu rechnen, die beispielsweise bei einer Krebs- oder Herzerkrankung anfallen – Situationen die aus eigener Tasche in den meisten Fällen schwer zu bezahlen wären.

Das Augenmerk sollte deshalb in erster Linie nicht auf dem Preis, sondern auf der Leistung liegen, denn es geht im Ernstfall immerhin nicht nur um unsere Gesundheit, sondern um unser Leben. Was kann wertvoller sein?

So schlossen und schließen sich Menschen mit demselben Interesse zusammen (Vorsorge von Gesundheitsrisiken) und zahlen in einen Topf, um bei Bedarf daraus schöpfen zu können.

Die beiden größten Arten von Krankenversicherungen sind die gesetzliche (ca. 90% aller Menschen) und die private (ca. 10%).

Grund für dieses Gefälle von 90 zu 10 Prozent ist hauptsächlich der begrenzte Personenkreis der sich privat versichern lassen kann und darf:

  • Selbständige / Freiberufler
  • Studenten
  • Angestellte die über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (5326,50€ Brutto monatlich in 2021) verdienen
  • Beamte

Ein weiterer ausschlaggebender Grund ist der Gesundheitszustand des Interessenten, denn private Krankenversicherer kalkulieren das erhöhte Risiko durch etwaige Vorerkrankungen in den Beitrag ein oder lehnen die Übernahme des Versicherungsschutzes unter Umständen sogar ab. Die aktuelle Gesundheit kann also bereits ein Ausschlusskriterium darstellen.So kommt es, dass für Menschen, die wegen ihrer gesundheitlichen Historie nicht privat versicherbar sind, keine andere Option besteht als freiwillig in die gesetzliche Krankenversicherung zu gehen.

Ein Beispiel in Zahlen

Im Höchstfall zahlt man in 2021 also 928,80€ wenn man mindestens in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze (4837,50€ monatlich Brutto 2021) verdient:

  • 4837,50€ 14,6% allgemeiner Beitragssatz der GKV 706,275
  • 1,3% durchschnittlicher Zusatzbeitrag 62,8875
  • 3,3% Pflegeversicherungssatz kinderlose 159,6375
  • → 928,80€

Folglich lohnt sich für Gutverdiener die private Krankenversicherung neben den meist auch besseren Leistungen auch vom Beitrag.

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Welche Leistungen beinhaltet eine private Krankenversicherung eigentlich?

  • Ambulante Heilbehandlung (Beratungen, Arzneimittel, Heilmittel, …)-Stationäre Heilbehandlung (Krankenhausleistungen, Pflegesätze, …)
  • Zahnärztliche Behandlung (Zahnersatz, -behandlung, Kieferorthopädie, …)
  • wahlweise auch Krankengeld bei Verdienstausfall durch Krankheit oder Unfälle
  • und weitere Wahlleistungen (Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, …)

Die Leistungen, die ein privat Versicherter erhält, reichen von einem fundamentalen Schutz, der denen der gesetzlichen Krankenversicherung ähnelt, bis hin zu einem “Top”-Schutz den man selbst bestimmen kann.

Beratung zur richtigen Krankenversicherung

Auf alle Fälle fixiert man sich aber vertraglich einen Behandlungsanspruch / ein Leistungsniveau, der / das keinen Änderungen unterliegt. In der gesetzlichen Krankenkasse ist das anders, denn dort sind die Leistungen vom Gesetzgeber vorgeschrieben (Regelversorgung) und nicht garantiert (z.B. Modernisierungsgesetz 2004). In Folge von Corona sehen sich versicherte Personen immer mehr dem Risiko weiterer Beitragserhöhungen oder Leistungskürzungen ausgesetzt.Das stetig steigende Lebensalter (demografischer Wandel) und die Herausforderungen denen sich der Gesundheitssektor gegenüber sieht, sorgen zudem für zukünftig steigende Beiträge. Diese Steigerungen gibt es auch in der PKV, wie von vielen privat Versicherten am Jahresende 2020 schmerzlich festgestellt. Der Unterschied besteht aber darin, dass mit einer Beitragssteigerung keine Leistungsreduktion einhergehen kann. Die meisten Krankenkassen haben ihren Zusatzbeitrag von 2020 zu 2021 durchschnittlich von 1,1 Prozent auf 1,3 Prozent erhöht. Diese Erhöhung fällt von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich aus. Der Beitragssatz steigt bei 6 Krankenkassen sogar um 0,6%. Darunter 3 Kassen der AOK (Nordost, Plus, Sachsen-Anhalt) und drei Betriebskrankenkassen (Betriebs-Krankenkasse Freudenberg, Betriebs-Krankenkasse Technoform, Betriebs-Krankenkasse Verbundplus). 

Bei 3 Krankenkassen stieg der Zusatzbeitrag in 2021 um 0,5 Prozent (Knappschaft, Techniker, AOK).

Bei 6 Krankenkassen erhöhte sich der Beitragssatz um 0,4 Prozent (BKK Mahle, BKK EVM, Audi BKK, Viactiv, Barmer, AOK Nordwest). 

Im Übrigen ist es ein Irrglaube, dass die Prämie der privaten Krankenversicherung im Verhältnis stärker steigt als der Beitrag der gesetzlichen Krankenkassen.

Hier sind Vorteile und Nachteile der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung aufgelistet

PKVGKV
++
Prämien unabhängig vom EinkommenVorerkrankungen erschweren oder verteuern AufnahmeBeitrag abhängig vom Einkommen (mit Obergrenze)Regelleistungen nur durch private Zusatzleistungen erweiterbar
Leistungen individuell festlegbarGesundheitsprüfung pflichtversicherte Leistungen immer gleich (beitrags-

unabhängig)

versicherte Leistungen können wegfallen
spezielle Tarife in bestimmten BerufsgruppenKinder nicht kostenlos mitversichertFamilienmitglieder unter Umständen kostenlos mitversichertkeine freie Klinikwahl
schneller Terminerhalt – kürzere WartezeitenPrämien steigen im Alter trotz EinkommensreduktionKrankenkassen haben individuelle Zusatzleistungen und -beiträgelange Terminwartezeiten
neue Behandlungsmethodenman zahlt zunächst selbst und bekommt Kosten dann erstattet
LeistungsgarantieWechsel in GKV kann kompliziert sein
Klinikwahl – Chefarzt – EinzelzimmerVersichererwechsel reduziert Altersrückstellungen 
Tarifwechsel möglich
Medikamente zuzahlungsfrei
Beitragsrückerstattung bei Nichtinanspruchnahme

unverbindliche Beratung

Für wen lohnt sich also wann welche Krankenversicherung?

  • Angestellte: Einkommen über Jahresarbeitsentgeltgrenze? → privat
  • Einkommen unter Jahresarbeitsentgeltgrenze → gesetzlich
  • Beamte: in der Regel → privat
  • wenn Bundesland GKV-Zuschuss zahlt evtl. → gesetzlich
  • Selbständige: niedriges Einkommen → gesetzlich
  • normales / hohes Einkommen → privat
  • Studenten: Eltern in der PKV? → privat
  • Eltern in der GKV? dann bis 25. LJ kostenlos in → gesetzlich
  • Ehepartner: Partner in GKV? kostenlose Familienversicherung → gesetzlich
  • Partner in PKV? → fallabhängig

Ein großes Hindernis für den Umstieg in die private Krankenversicherung stellt in vielen Fällen die Angst vor zu hohen Prämien im Alter dar. Wenn du noch unter 40 Jahre alt bist, kommt für dich eine staatlich geförderte Methode in Frage die dafür sorgt, dass du im Alter keine Mehrbelastung durch die Prämien spüren wirst.

All diese Informationen sind nicht abschließend dargestellt und im Detail kann es von Person zu Person unterschiedlichste Gründe geben, warum für ihn oder sie die gesetzliche Krankenkasse oder die private Krankenversicherung den Vorzug erhalten sollte.

Diese Einflussfaktoren sollten in einem persönlichen Gespräch mit einem Experten analysiert werden und neben den individuellen Bedürfnissen in die Entscheidungsfindung einfließen.

Wenn dann der grobe Rahmen gesteckt ist, muss noch die Frage der Versicherungsgesellschaft geklärt werden, egal ob private Krankenversicherung oder gesetzliche Krankenkassen.

Im Falle einer privaten Absicherung gibt es sehr viele Anbieter mit sehr vielen Tarifen und Informationen die in die Betrachtung miteinbezogen werden sollten. Hier kann man schnell die Übersicht verlieren. Durch unsere Erfahrung und die Möglichkeit, die Tarife aller Versicherer in einen Vergleich mit einzubeziehen, können wir dir unabhängig dabei helfen eine Entscheidung zu treffen.

Im Falle der gesetzlichen Krankenversicherung unterscheiden sich die Krankenkassen vor allem in ihren Zusatzbeiträgen und -leistungen. Auch hier ist ein Vergleich angeraten, da man z.B. als Arbeitnehmer unter Umständen neben besseren Leistungen auch ungefähr 20€ pro Monat mehr Netto erhalten kann. 

Ließ einfach diesen Artikel, wenn du weitere Informationen über die gesetzliche Krankenkasse haben möchtest.

Egal ob gesetzliche Krankenkasse oder private Krankenversicherung – Ohne dafür separate Kosten zu erheben, nehmen wir dich an die Hand und führen dich durch das Tarif- und Beitragslabyrinth, um dich durch einen unabhängigen Vergleich dorthin zu bringen wo du hin möchtest: ans Optimum!

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